eJustice

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Digitalisierung komplexer Verfahren herausfordernd

Das Ministerium der Justiz und fĂŒr Europa Baden- WĂŒrttemberg entwickelt zwei Verfahren zur Digitalisierung bestehender Prozesse. Das erste Verfahren – „elGA“ (elektronische Grundakte) – reformiert das Grundbuchwesen in Baden-WĂŒrttemberg. Hierzu wurden bis Januar 2018 die ĂŒber 660 kommunalen und staatlichen GrundbuchĂ€mter bei 13 grundbuchfĂŒhrenden Amtsgerichten zusammengefĂŒhrt. Im Rahmen dieser Konsolidierung wurde auch die EinfĂŒhrung des elektronischen Rechtsverkehrs und der elektronischen Grundakte (elGA) realisiert. Seit dem 1. Juli 2012 arbeiten alle Notare und grundbuchfĂŒhrenden Amtsgerichte ausschließlich elektronisch.

Das zweite Verfahren „eJustice“ setzt das Bundesgesetz zur Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs mit Gerichten um. Es schreibt vor, dass bis 2026 bei allen Gerichten und Staatsanwaltschaften die Verfahrensakten verbindlich elektronisch gefĂŒhrt werden mĂŒssen. Hierzu wird in der Folge an ca. 12.500 ArbeitsplĂ€tzen flĂ€chendeckend in Baden-WĂŒrttemberg der elektronische Rechtsverkehr (ERV) mit ĂŒber 2,5 Millionen Verfahren jedes Jahr eingefĂŒhrt.

Um sicherzustellen, dass beide Verfahren diesen Anforderungen genĂŒgen und die Software- und Hardwarearchitekturen performant und zukunftssicher sind, hat das Ministerium der Justiz und fĂŒr Europa Baden-WĂŒrttemberg der USU beauftragt, beide Großprojekte einer Architekturbewertung zu unterziehen. Überzeugen konnte USU durch die Expertise seiner iSAQB-zertifizierten Softwarearchitekten und die umfangreichen Kompetenzen im Datenbankumfeld sowie im Application Management.

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Das analytische Vorgehen der USU Experten hat uns ĂŒberzeugt. Deren Sicht von außen bestĂ€tigt unseren Weg, lieferte jedoch auch wichtige Impulse, die wir weiterverfolgen.

Tino MĂŒller, Ministerium der Justiz und fĂŒr Europa Baden-WĂŒrttemberg

Auf einen Blick

Die Organisation

Ministerium der Justiz und fĂŒr Europa Baden-WĂŒrttemberg

Branche

Öffentlicher Sektor

Kennzahlen

200 Bedienstete zur UnterstĂŒtzung von mehr als 19.000 BeschĂ€ftigten

Website

www.justiz-bw.de

Über das eJustice Projekt

Herausforderung

  • Bewertung der Software- und Hardwarearchitektur zweier Großprojekte im Umfeld des baden-wĂŒrttembergischen Justizministeriums auf Basis von ATAM
  • Beurteilung und PrĂŒfung der Infrastrukturen der beiden Verfahren im Hinblick auf Performance, StabilitĂ€t und Zukunftssicherheit
  • Entwicklung von Maßnahmen und Umsetzung dieser Handlungsempfehlungen, wo notwendig

Warum USU?

  • iSAQB-Zertifizierung der Mitarbeiter
  • LangjĂ€hrige Expertise beim Entwurf komplexer und großer Softwarearchitekturen
  • Full-Service-Kompetenz in den Bereichen Softwarearchitektur, Datenbanken und Application Management

Projektmeilensteine

  • Aufnahme der Ist-Situation durch Sichtung vorhandener Analysen, Dokumentationen und Messungen
  • Definition von Messverfahren, -werkzeugen und Use Cases (elGA), DurchfĂŒhrung von Performance-Messungen (elGA)
  • Analyse der Software- und Hardwarearchitekturen
  • Erstellung von Gutachten mit identifizierten Handlungsfeldern

Vorteile durch die USU Lösung

  • Validierung der Prozesse durch Gutachten mit klaren Aussagen zur Performance, StabilitĂ€t und Zukunftssicherheit der Verfahren
  • Identifizierung von Handlungsfeldern und Maßnahmen zur Verbesserung, z. B. End-to-End-Monitoring zur Performance-Optimierung

BewÀhrtes Vorgehen nach ATAM

FĂŒr die Architekturbewertung wendeten die USU Experten ein angepasstes Vorgehen nach ATAM (Architecture tradeoff analysis method) an. Auf Basis dieses szenariobasierten Architekturbewertungsverfahrens identifizierte und untersuchte man diverse Use Cases. Neben gezielten Messungen der End-to-End-Performance (elGA) wurde auch die System- und Softwarchitektur-Dokumentation analysiert. DarĂŒber hinaus untersuchte das Projektteam die bestehende Infrastruktur auf weitere QualitĂ€tsmerkmale wie Skalierbarkeit, Effizienz, Wartbarkeit, ZuverlĂ€ssigkeit und Modularisierung. Dazu wurden unter anderem auch Hochrechnungen fĂŒr die in Zukunft zu erwartende Last durchgefĂŒhrt. Weiterhin wurden Anwenderinterviews gefĂŒhrt, um auch von den Nutzern „gefĂŒhlte“ Performanceeinbußen zu identifizieren. Ziel der Untersuchungen war es, qualitĂ€tsgesicherte Aussagen insbesondere bezĂŒglich der ZukunftsfĂ€higkeit der beiden Verfahren treffen zu können, da durch die Umstellung der Prozesse auf komplett digitalisierte Workflows ein hoher Anstieg der Datenmengen zu erwarten ist.
BewÀhrtes Vorgehen nach ATAM

Gutachten mit konkreten Handlungsempfehlungen

FĂŒr die Verfahren elektronische Grundakte sowie eJustice wurden aussagekrĂ€ftige Gutachten erstellt. Diese stellen den aktuellen Status quo im Detail dar, bewerten diesen und identifizieren konkrete Handlungsfelder. Auf dieser Basis definierten der ProjekttrĂ€ger und die an der Verfahrensumsetzung beteiligten Softwarehersteller entsprechende Maßnahmen, um die StabilitĂ€t, Optimierung und ZukunftsfĂ€higkeit der komplexen Systeme zu gewĂ€hrleisten. So wurde beispielsweise im Falle von elGA neben einer tiefgreifenden Analyse der Datenbankstruktur auch ein eigenes End-to- End-Monitoring entwickelt und etabliert, damit der Betrieb PerformanceeinbrĂŒche zeitnah identifizieren kann.

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